Vermittlung

Zu den Aufgaben der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer gehört auch die Vermittlung
bei jedweden Fragen/Schwierigkeiten aus dem laufenden oder dem bereits beendeten
Mandatsverhältnis. Diese Vermittlungsverfahren sind kostenfrei und freiwillig.

Grundsätzlich können alle auftretenden Probleme zwischen Rechtsanwalt / Rechtsanwältin und Mandant/in durch die Kammer vermittelt werden. Häufig erfolgen solche Vermittlungen im Zusammenhang mit Gebührenrechnungen von Rechtsanwältinnen / Rechtsanwälten, bei denen wir im Rahmen der Vermittlung ein gebührenrechtliches Schlichtungsverfahren durchführen. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Rechtsanwaltskammer die Rechnungen Ihres Rechtsanwalts/Ihrer Rechtsanwältin nicht auf deren Richtigkeit hin überprüfen darf. Dies ist ausschließlich den Zivilgerichten vorbehalten. Auch können wir im Rahmen eines Vermittlungsverfahrens keine Schadenersatzansprüche wegen möglicher Schlechtleistung überprüfen. Auch hierfür sind die Zivilgerichte oder die überregionale Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft (siehe unten) zuständig. Das gebührenrechtliche Schlichtungsverfahren beschränkt sich daher auf Rechnungen im außergerichtlichen Bereich, bei denen dem Rechtsanwalt/der Rechtsanwältin gesetzlich ein Ermessen eingeräumt wird.

Der Ablauf des schriftlichen Verfahrens ist dabei wie folgt: Zunächst erläutert der Mandant in seinem Eingabeschreiben, ob und aus welchem Grund er eine Vermittlung wünscht. Hierbei sind mindestens folgende Angaben zu machen:

- Vor- und Nachname sowie Postanschrift des Mandanten

- Name und Anschrift des betreffenden Rechtsanwaltes / der betreffenden Rechtsanwältin

- Kurze Schilderung des Sachverhaltes in zeitlicher Reihenfolge unter Benennung der Gründe, weshalb die Rechnung aus Sicht des Mandanten nicht richtig ist

- Beifügung der beanstandeten Rechnung(en) sowie gegebenenfalls der Vergütungsvereinbarung sowie sonstiger relevanter Schreiben (jeweils in Kopie, bitte keine Originale einreichen)


Nachdem wir seitens des Mandanten um eine Vermittlung gebeten werden, wird der Rechtsanwalt / die Rechtsanwältin zur Bereitschaft um Vermittlung gefragt und gleichzeitig gebeten, in der Sache Stellung zu nehmen. Ggf. erhalten die Mandanten die Gelegenheit, auf die Stellungnahme des Rechtsanwalts / der Rechtsanwältin zu erwidern und ihre Sicht der Dinge noch einmal zu erläutern. Dann wird – in der Regel seitens der Geschäftsführung – ein schriftlicher Vermittlungsvorschlag unterbreitet. Jede Partei kann dann frei entscheiden, ob sie den Vermittlungsvorschlag der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer akzeptieren will, was statistisch gesehen meistens der Fall ist.

Seit dem 01.01.2010 besteht daneben eine überregionale Schlichtungsstelle bei der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) in Berlin. Einzelheiten zur Zuständigkeit, Antragstellung und Besetzung finden Sie auf deren Internetseite. Auch dieses Verfahren ist kostenfrei.

Bitte beachten Sie, dass nach der dortigen Satzung (§ 4 Nr. 2e) die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens u.a. abgelehnt werden kann, wenn eine berufsrechtliche oder strafrechtliche Überprüfung des beanstandeten Verhaltens bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer oder der Staatsanwaltschaft oder den Anwaltsgerichten anhängig und dieses Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.

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